Corona und Familie

Liebe (werdende) Eltern, liebe pflegende Angehörige,
die aktuelle Situation um das Coronavirus COVID-19 stellt uns alle vor die Herausforderung, unseren Alltag gänzlich umzustrukturieren. Zwischen Homeoffice und Homeschooling, Kinderbetreuung und/oder Angehörigenpflege zu jonglieren bringt viele an ihre Grenzen. Um Sie in dieser schwierigen Zeit bestmöglich zu unterstützen, versuchen wir auf dieser Seite nicht nur alle familienrelevanten rechtlichen Anpassungen zu sammeln, sondern Ihnen auch Angebote und Inspirationen zur Verfügung zu stellen, wie Sie in dieser Zeit den Anforderungen Ihrer Arbeit bzw. Ihres Studiums und Ihren familiären Aufgaben gleichermaßen gerecht werden können.
Wir versuchen unsere Informationen stets zeitnah zu veröffentlichen und freuen uns auch über Ihre Hinweise und Ergänzungen.
Unser reguläres Beratungsangebot steht Ihnen natürlich weiterhin per Mail oder telefonisch/per Videokonferenz zur Verfügung.
Bleiben Sie alle gesund!
Ihr Familien-Servicebüro der JGU

Lotse für Corona-Hilfen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS)

Das BMAS stellt eine schematische Übersicht zur Verfügung, die eine Orientierung über Hilfen gibt, die während der Corona-Krise bei Bedarf in Anspruch genommen werden können. Ebenso wird in dem Lotsen auf die Institutionen verlinkt, bei denen diese Leistungen zu beantragen sind.

Informationen für Eltern

Aktuelles

Kinderbonus

Für jedes Kind, für das im Kalenderjahr 2020 ein Anspruch auf Kindergeld besteht, erhalten Familien einen Kinderbonus in Höhe von insgesamt 300 Euro, ausgezahlt in 2 Raten – einmalig 200 Euro im Monat September und einmalig 100 im Monat Oktober. Die genauen Auszahlungsmodalitäten für Kinder, die erst in den Monaten Oktober bis Dezember kindergeldberechtigt sind, wird der Kinderbonus nach Möglichkeit zeitnah und auch in zwei Raten ausgezahlt. Der Kinderbonus wird automatisch zusammen mit dem Kindergeld ausgezahlt und muss nicht extra beantragt werden.

Anhebung des Entlastungsbetrags für Alleinerziehende

Um der besonderen Situation von Alleinerziehenden Rechnung zu tragen, wird der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende von derzeit 1908 Euro auf 4008 Euro für die Jahre 2020 und 2021 angehoben.

Anpassungen beim Elterngeld

Rückwirkend zum 01.03.2020 hat das Bundesfamilienministerium Anpassungen beim Elterngeld verabschiedet. Im Wesentlichen betreffen die Anpassungen die folgenden 3 Aspekte:
• Eltern, die in systemrelevanten Berufen tätig sind, können ihren Bezug von Elterngeld auf Antrag für die Zeit vom 01.03. bis 31.12.2020 aufschieben. Die Elterngeldmonate dürfen von ihnen auch nach dem 14. Lebensmonat des Kindes genommen werden, spätestens zum Juni 2021. Die aufgeschobenen Monate reduzieren bei einem weiteren Kind nicht die Höhe des Elterngelds.
• Eltern verlieren den Partnerschaftsbonus nicht, wenn sie aufgrund der Corona-Pandemie mehr oder weniger als geplant arbeiten. Die vier ElterngeldPlus-Monate im Rahmen des Partnerschaftsbonus entfallen nicht bzw. müssen nicht zurückgezahlt werden.
• Während des Bezugs von Elterngeld reduzieren Einkommensersatzleistungen wie Kurzarbeitergeld oder Arbeitslosengeld I, die Eltern aufgrund der Corona-Pandemie erhalten, nicht die Höhe des Elterngeldes. Um Nachteile bei der späteren Elterngeldberechnung auszugleichen, können werdende Eltern die Ersatzleistungsbezugsmonate im Bemessungszeitraum ausnehmen.
Was die Änderungen im Einzelfall bedeuten, erklärt eine Übersicht mit Fallbeispielen des Bundesfamilienministeriums.

Verlängerung des Anspruchs auf Entgeltfortzahlung nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG)

Seit dem 30.03.2020 haben erwerbstätige Sorgeberechtigte von Kindern bis zum 12. Lebensjahr oder behinderten Kindern nach § 56 Abs. 1a IfSG einen Anspruch auf Entschädigung für ihren Verdienstausfall, wenn dieser allein darauf beruht, dass sie infolge der behördlichen Schließung der Kita oder Schule ihre Kinder selbst betreuen müssen und deswegen nicht arbeiten können.
Die Entschädigung beträgt 67% des monatlichen Nettoverdienstes, höchstens jedoch 2.016,00 € monatlich. Auch geringfügig Beschäftigte können eine Entschädigung erhalten. Die Auszahlung übernimmt für Arbeitnehmer:innen der/die Arbeitgeber:in.

Ein Anspruch auf Entschädigung besteht nicht:
- wenn es eine andere zumutbare Betreuung für das Kind/die Kinder gibt. Dabei sind der andere Elternteil, volljährige Geschwister, die Möglichkeit einer Notbetreuung, Freunde oder Verwandte zu berücksichtigen. Menschen, die einer Risikogruppe angehören, können nicht für die Betreuung herangezogen werden.
- wenn Sie selbst oder das andere Elternteil im Homeoffice arbeiten, ebenso wenn die Arbeitszeit aufgrund von Kurzarbeit reduziert ist.
- wenn noch Zeitguthaben und Vorjahresurlaubsansprüche bestehen. Der Urlaub des laufenden Jahres ist nicht heranzuziehen.
- für Verdienstausfälle, die während der landesrechtlich festgelegten Schulferien entstehen.

Notfall-Kinderzuschlag

Im Rahmen des Sozialschutz-Pakets (Artikel 6) wurden für die Zeit vom 01. April bis 30. September 2020 bezüglich des KiZ einige Anpassungen vorgenommen:

1. Verkürzung des Berechnungszeitraums: Für Antragstellungen ab dem 01. April 2020 ist bei der Ermittlung des monatlich zu berücksichtigenden Einkommens der Eltern nur das Einkommen aus dem letzten Monat vor Beginn des Bewilligungszeitraums maßgeblich.

2. Überprüfung der Bewilligungssumme: In Fällen, bei denen der Bewilligungszeitraum vor dem 01. April 2020 begonnen hat, kann im April oder Mai 2020 einmalig ein Antrag auf Überprüfung gestellt werden. Bei der Überprüfung ist nur das Einkommen aus dem Monat vor dem Überprüfungsantrag maßgeblich.

3. Verlängerung der Bewilligungsdauer: In Fällen, in denen der höchstmögliche Gesamtkinderzuschlag bewilligt wurde und der Bewilligungszeitraum in der Zeit vom 01. April bis 30. September 2020 endet, wird der Bewilligungszeitraum einmal um weitere sechs Monate verlängert. Damit soll erreicht werden, dass Leistungen möglichst ohne Unterbrechung gewährt werden können.

Informationen des BMFSFJ zum Notfall-KiZ finden Sie unter www.notfall-kiz.de.

Homeschooling

Handreichung des pädagogischen Landesinstituts

Um Eltern dabei zu unterstützen, Beruf, Haushalt und heimischen Unterricht zu meistern, hat das pädagogische Landesinstitut eine Handreichung zum onlinegestützten Unterricht mit vielen praktischen Tipps und Hilfestellungen erstellt. Diese Handreichung ist eine Online-Version und wird fortlaufend aktualisiert.

Ergänzend hat das pädagogische Landesinstitut Hinweise zum häuslichen Lernen, Zusammenleben in Zeiten sozialer Distanzierung und Umgang mit Stress und herausfordernden Situationen in Familien erstellt. Dieses Angebot wird abgerundet mit Adressen und Links zu Anlaufstellen bei Sorgen und Problemen, sowie Tipps und Anregungen zur Alltagsgestaltung in Zeiten sozialer Distanzierung. Auch diese Hinweise werden fortlaufend ergänzt.

Informationen für pflegende Angehörige

FAQ des BMFSFJ zu Freistellungsmöglichkeiten für pflegende Angehörige

Der Pflegedienst kommt nicht mehr, Sie möchten Ihre pflegebedürftigen Angehörigen aus dem Heim nach Hause holen, Sie kümmern sich um pflegebedürftige Angehörige, arbeiten aber in einem Beruf mit viel Menschenkontakt - welche rechtlichen Ansprüche auf Freistellung und/oder Arbeitsverhinderung in welchen Fällen bestehen, finden Sie auf der Seite des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Tipps der Alzheimer Forschung zur Unterstützung älterer Angehöriger

Die Alzheimer Forschung hat Tipps und Ideen zusammengestellt, wie Sie trotz sozialer Distanzierung mit Ihren Angehörigen in Kontakt bleiben können, um der Vereinsamung gerade älterer Menschen vorzubeugen. Wie wäre es, wenn Sie gemeinsam am Telefon singen? Oder mal wieder einen Brief schreiben? Alle hilfreiche Ideen finden Sie hier.

Ältere Menschen und gefährdete Gruppen schützen

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend stellt wichtige Verhaltensregeln für ältere Menschen und andere gefährdete Gruppen (z. B. Menschen mit Vorerkrankung(en)) bereit, wie man sich im Alltag am besten verhält, um das Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu vermindern, z. B. indem man den Besuch von Arztpraxen und Apotheken meidet oder regelmäßig spazieren geht, um die Abwehrkräfte zu stärken.

Informationen für Studierende und Beschäftigte

Studium

Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAFöG)

Über die bereits im Zuge des Krankenhausentlastungsgesetzes vom 27. März 2020 erfolgte Freistellung von zusätzlichem Einkommen, das BAföG-Geförderte während der Corona-Pandemie im Gesundheitswesen, in sozialen Einrichtungen oder in der Landwirtschaft erzielen, hinaus, wird nun derartiges zusätzliches Einkommen auch in anderen systemrelevanten Bereichen von der BAföG-Anrechnung freigestellt.

Außerdem wird – abweichend von der bisherigen Regelung – das zusätzlich erzielte Einkommen auch während der Monate, in denen es tatsächlich zufließt, komplett von der Anrechnung freigestellt. Das heißt: BAföG-Leistungen werden auch während dieser Zeit ungekürzt weiter ausgezahlt.

Beruf

Entlastung für Personal mit familiären Verpflichtungen in Sonderforschungsbereichen (SFB)

Für DFG-finanziertes wissenschaftliches Personal in SFBs können Arbeitsverträge, die im Zeitraum zwischen dem 01. Mai und 31. Dezember 2020 enden, aus bewilligten Gleichstellungsmitteln um bis zu drei Monate verlängert werden, wenn dieses Personal aktuell besonderen familiären Belastungen ausgesetzt ist. Die Gleichstellungsmittel können in angemessenem Umfang auch für kurzfristige individuelle Entlastungsbedarfe von Teilprojektleitenden und anderen wissenschaftlichen Beschäftigten eingesetzt werden, die aktuell coronabedingten besonderen familiären Belastungen ausgesetzt sind.

Wissenschaftszeitvertragsgesetz (WissZeitVG)

Die Höchstbefristungsgrenze für das wissenschaftliche und künstlerische Personal, das sich in seiner Qualifizierungsphase befindet (WissZeitVG), wird um die Zeit pandemiebedingter Einschränkungen des Hochschul- und Wissenschaftsbetriebs verlängert. Beschäftigungsverhältnisse zur Qualifizierung, die zwischen dem 01. März 2020 und dem 30. September 2020 bestehen, können zusätzlich um sechs Monate verlängert werden.

Für den Fall, dass die COVID-19-Pandemie weiter andauern sollte, wird das Bundesministerium für Bildung und Forschung ermächtigt, mit einer Rechtsverordnung die Höchstbefristungsgrenze abhängig von der Dauer der Krise höchstens um weitere sechs Monate zu verlängern.

Die Pressemittleung des BMBF zur Verlängerung des WissZeitVG finden Sie hier.