Migrationshintergrund als Plus für die Wissenschaftskarriere – Potenziale erkennen und sichtbar machen

Der Begriff „Migrationshintergrund“ ist mit Vorurteilen beladen und in der Öffentlichkeit eher negativ besetzt. Nimmt deshalb mit jeder Karrierestufe der Anteil von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern mit Migrationshintergrund ab? Offensichtlich existieren Hindernisse im Wissenschaftsbetrieb, die Aufstieg nicht nur von wissenschaftlicher Leistung, sondern auch von regionaler, kultureller und sozialer Herkunft abhängig machen. Aber was bedeutet Migrationshintergrund überhaupt? Er wird Nachkommen der Gastarbeitergeneration zugeschrieben, es gibt ein postmodernes Migrantenmilieu oder die akademisch Mobilen, um nur wenige Vorstellungen zu nennen, die sich hinter dem Wort verbergen.

Im Workshop erarbeiten wir die oft völlig unterschätzten Potenziale von Menschen mit sogenanntem Migrationshintergrund für die Wissenschaft. Wir analysieren die Hürden, die im konventionellen deutschen Wissenschaftsbetrieb lauern, aber auch mögliche Blockaden im Selbstbild junger Menschen mit unterschiedlichsten Migrationshintergründen. Es geht darum, hinderliche Prägungen zu entlarven, sich der eigenen Stärken bewusst zu werden, das persönliche kulturelle Kapital zu erkennen und anzunehmen, Herausforderungen mutig zu thematisieren und Anerkennung einzufordern. Schwerpunkt ist die Suche nach persönlichen und universitären Lösungsansätzen.

 

Dr. Kundri Böhmer-Bauer
Interkulturelle Workshops und Länderseminare, Lehrbeauftragte u. a. an der Universität der Bundeswehr Neubiberg und an der Hochschule für Technik Stuttgart