Unterhalt und Unterhaltsvorschuss

 

Lebt ein Kind bzw. leben die Kinder bei einem alleinerziehenden Elternteil und die Eltern leben getrennt bzw. sind geschieden, spielt das Thema (Bar-)Unterhalt eine wichtige Rolle.

Unterhalt

Jedes Kind hat grundsätzlich Anspruch auf Unterhalt durch seine Eltern. Mütter und Väter können den Unterhalt entweder durch Pflege und Erziehung oder durch Barunterhalt leisten. Der Elternteil, bei dem das Kind lebt, leistet seinen Unterhalt in der Regel durch die Pflege und Erziehung des Kindes. Der andere Elternteil zahlt den Barunterhalt.
Die Höhe des zu leistenden Barunterhalts hängt vor allem ab:

  • vom aktuellen Einkommen des Unterhaltszahlers,
  • vom Alter des Kindes und
  • von der Zahl der Personen, denen Unterhalt zusteht.

Der Barunterhalt ist monatlich im Voraus zu zahlen. Richtschnur für die Höhe des Kindesunterhalts ist die Düsseldorfer Tabelle. Der gesetzliche Mindestunterhalt beträgt seit 01.01.2016:

  • für Kinder bis 5 Jahre 335 Euro
  • für Kinder bis 11 Jahre 384 Euro
  • für Kinder bis 17 Jahre 450 Euro
  • für Kinder ab 18 Jahre 516 Euro

Von diesem Mindestunterhalt kann der barunterhaltspflichtige Elternteil das hälftige Kindergeld abziehen.
Laut Gesetz sind „Verwandte in gerader Linie […] verpflichtet, einander Unterhalt zu gewähren.“ Prinzipiell ist es möglich, dass die Großeltern des Kindes diesem Unterhalt bezahlen müssen, falls diese über entsprechendes Einkommen verfügen und die Eltern den Unterhalt nicht leisten können.

Beratung in Unterhaltsfragen sowie Geltendmachung von Unterhalt bietet das Jugendamt der Stadt Mainz.

Unterhaltsvorschuss

Kinder, die vom anderen Elternteil keinen oder keinen regelmäßigen Barunterhalt bekommen, können Unterhaltsvorschuss erhalten. Diese Leistung ist gerade dann hilfreich, wenn der barunterhaltpflichtige Elternteil noch studiert und entsprechend nicht über das Einkommen verfügt um den Unterhalt zu leisten.

Ein gerichtliches Unterhaltsurteil ist nicht nötig, sodass auch bei ungeklärter Vaterschaft
Unterhaltsvorschuss beantragt werden kann.

Ist der andere Elternteil ganz oder teilweise leistungsfähig, aber nicht leistungswillig, wird er vom Staat in Höhe des gezahlten Unterhaltsvorschusses in Anspruch genommen.

Neuregelung ab 01.07.2017:

Am 02. Juni 2017 hat der Bundesrat weitreichenden Änderungen beim Unterhaltsvorschuss zugestimmt, die zum 01.Juli 2017 in Kraft getreten sind. Bisher endete der Unterhaltsvorschuss mit Vollendung des 12. Lebensjahres des Kindes. Nun besteht auch für Kinder zwischen 12 und 17 Jahren ein Anspruch auf Unterhaltsvorschuss, wenn das Kind nicht auf SGB II-Leistungen angewiesen ist oder der alleinerziehende Elternteil im SGB II-Bezug mindestens 600 € brutto verdient. Der Unterhaltsvorschuss für Kinder zwischen 12 und 17 Jahren beträgt 268 € monatlich. Die bisherige Höchstbezugsdauer von 72 Monaten entfällt. Mit diesen Neuregelungen wird ein großer Schritt zur Unterstützung der besonders von Armut gefährdeten Gruppe von Alleinerziehenden und ihren Kindern getan. Eine Zusammenfassung der wichtigsten Fakten finden Sie unter: https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/themen/familie/der-unterhaltsvorschuss/107026
Eine ausführliche Broschüre zum Thema kann bereits vorgemerkt werden unter: https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/service/publikationen/der-unterhaltsvorschuss/73764

Quelle: Pressemitteilung des BMFSFJ vom 01. Juni 2017

Zuständig für die Antragsbearbeitung sind in der Regel die Jugendämter. Liegt der Wohnsitz des Kindes in Mainz, dann ist der Antrag beim Amt für soziale Leistungen der Stadt Mainz zu stellen.