Unterhalt und Unterhaltsvorschuss

Lebt ein Kind bzw. leben die Kinder bei einem alleinerziehenden Elternteil und die Eltern leben getrennt bzw. sind geschieden, spielt das Thema (Bar-)Unterhalt eine wichtige Rolle.

Unterhalt

Jedes Kind hat grundsätzlich Anspruch auf Unterhalt durch seine Eltern. Mütter und Väter können den Unterhalt entweder durch Pflege und Erziehung oder durch Barunterhalt leisten. Der Elternteil, bei dem das Kind lebt, leistet seinen Unterhalt in der Regel durch die Pflege und Erziehung des Kindes. Der andere Elternteil zahlt den Barunterhalt.
Die Höhe des zu leistenden Barunterhalts hängt vor allem ab:

  • vom aktuellen Einkommen des Unterhaltszahlers,
  • vom Alter des Kindes und
  • von der Zahl der Personen, denen Unterhalt zusteht.

Der Barunterhalt ist monatlich im Voraus zu zahlen. Richtschnur für die Höhe des Kindesunterhalts ist die Düsseldorfer Tabelle. Der gesetzliche Mindestunterhalt beträgt seit 01.01.2021:

  • für Kinder bis 5 Jahre 369 Euro
  • für Kinder bis 11 Jahre 424 Euro
  • für Kinder bis 17 Jahre 467 Euro
  • für Kinder ab 18 Jahre 530 Euro

Von diesem Mindestunterhalt kann der barunterhaltspflichtige Elternteil das hälftige Kindergeld abziehen. Die tatsächlich zu leistende Unterhaltszahlung richtet sich nach dem Einkommen des Unterhaltspflichtigen Elternteils. Ab einem Nettoeinkommen von 1901 Euro erhöht sich die Unterhaltszahlung.
Laut Gesetz sind „Verwandte in gerader Linie […] verpflichtet, einander Unterhalt zu gewähren.“ Prinzipiell ist es möglich, dass die Großeltern des Kindes diesem Unterhalt bezahlen müssen, falls diese über entsprechendes Einkommen verfügen und die Eltern den Unterhalt nicht leisten können.

Beratung in Unterhaltsfragen sowie Geltendmachung von Unterhalt bietet das Jugendamt der Stadt Mainz.

Unterhaltsvorschuss

Kinder, die vom anderen Elternteil keinen oder keinen regelmäßigen Barunterhalt bekommen, können Unterhaltsvorschuss erhalten. Diese Leistung ist gerade dann hilfreich, wenn der barunterhaltpflichtige Elternteil noch studiert und entsprechend nicht über das Einkommen verfügt um den Unterhalt zu leisten.

Ein gerichtliches Unterhaltsurteil ist nicht nötig, sodass auch bei ungeklärter Vaterschaft
Unterhaltsvorschuss beantragt werden kann.

Ist der andere Elternteil ganz oder teilweise leistungsfähig, aber nicht leistungswillig, wird er vom Staat in Höhe des gezahlten Unterhaltsvorschusses in Anspruch genommen.

Unterhaltsvorschuss gibt es bis zur Volljährigkeit des Kindes. Hierbei ist das Einkommen des alleinerziehenden Elternteils unerheblich. Für die Berechnung des Unterhaltsvorschussbetrages wird das für ein erstes Kind zu zahlende Kindergeld in voller Höhe von der Unterhaltsleistung abgezogen.

Seit 01.01.2021 gelten folgende Unterhaltsvorschussbeträge:
• für Kinder bis unter 6 Jahren monatlich bis zu 174 Euro
• für ältere Kinder bis unter 12 Jahren monatlich bis zu 232 Euro
• für Kinder unter 18 Jahren monatlich bis zu 309 Euro.

Zuständig für die Antragsbearbeitung sind in der Regel die Jugendämter. Liegt der Wohnsitz des Kindes in Mainz, dann ist der Antrag beim Amt für soziale Leistungen der Stadt Mainz zu stellen.